Flamingoblume

Anthurium andraeanum

Tafel 08Anthurium andraeanum

„Flamingoblume“Familie/Gruppe: Aroide (Aronstabgewächse) — Register-Nr. 008

Die Flamingoblume verdankt ihren Namen den auffällig glänzenden, herzförmigen Hochblättern, die eine echte Blüte nur umhüllen und schützen — die eigentliche Blüte sitzt als kleiner Kolben in der Mitte. In den tropischen Wäldern Kolumbiens und Ecuadors wächst sie oft epiphytisch, also auf anderen Bäumen sitzend, statt direkt im Boden verwurzelt zu sein. Bei guter Pflege blüht sie fast das ganze Jahr über in Rot-, Rosa- oder Weißtönen und gehört damit zu den langlebigsten Blühpflanzen fürs Zimmer. Damit sie zuverlässig blüht, braucht sie einen hellen Standort ohne direkte Sonne und gleichmäßige Feuchtigkeit. Verwelkte Blüten lassen sich einfach direkt am Stiel abschneiden, um Platz für neue zu machen.

Licht Hell, keine direkte Sonne
Wasser Mäßig, hohe Luftfeuchte
Temperatur 20–26 °C
Toxizität Giftig
Wuchshöhe 40–60 cm
Schwierigkeitsgrad Fortgeschritten

Allgemeiner Richtwert für „Flamingoblume“ (Anthurium andraeanum) — kein Ersatz für eine individuelle Beratung, z. B. bei Haustieren im Haushalt oder besonderen Standortbedingungen.

Licht & Standort

Ein heller Platz ist für die Flamingoblume fast schon die halbe Miete. Direkte Mittagssonne verträgt sie allerdings nicht besonders gut. Steht sie stundenlang in der prallen Sonne, können die Blätter braune Stellen bekommen oder sogar verbrennen. Morgens oder am späten Nachmittag darf ruhig etwas Sonne ans Fenster fallen, das macht ihr in der Regel nichts aus.

Am wohlsten fühlt sich die Pflanze an einem Ost- oder Westfenster. Auch ein Südfenster funktioniert, solange etwas Abstand zum Glas vorhanden ist oder ein leichter Vorhang das Sonnenlicht etwas abschwächt.

Da das Anthurium ursprünglich aus tropischen Regenwäldern stammt, mag es außerdem warme Temperaturen zwischen etwa 18 und 25 Grad. Kalte Zugluft ist dagegen überhaupt nicht ihr Ding. Im Winter sollte die Temperatur möglichst nicht dauerhaft unter 16 Grad fallen.

Ein Punkt, der oft unterschätzt wird, ist die Luftfeuchtigkeit. Gerade im Winter, wenn die Heizung läuft, werden die Blattspitzen schnell braun. Ein Luftbefeuchter oder gelegentliches Besprühen der Blätter kann da schon einen deutlichen Unterschied machen.

Flamingoblume gießen

Beim Gießen gilt: lieber gleichmäßig als zu viel. Die Erde darf nie komplett austrocknen, sollte aber auch nicht dauerhaft nass sein. Am einfachsten prüfst du das mit dem Finger. Sind die oberen zwei bis drei Zentimeter Erde trocken, darf wieder gegossen werden.

Staunässe gehört zu den häufigsten Gründen, warum eine Flamingoblume eingeht. Bleibt Wasser längere Zeit im Übertopf stehen, beginnen die Wurzeln irgendwann zu faulen. Deshalb sollte überschüssiges Wasser nach dem Gießen immer ausgeschüttet werden.

Besonders gut eignet sich Regenwasser oder kalkarmes Leitungswasser. Sehr hartes Wasser verträgt die Pflanze zwar, auf Dauer fühlt sie sich damit aber meist nicht ganz so wohl.

Im Sommer braucht sie naturgemäß etwas mehr Wasser als während der Wintermonate. Sobald das Wachstum langsamer wird, reicht es meist aus, etwas seltener zur Gießkanne zu greifen.

Flamingoblume düngen

Wer sich über viele Blüten freuen möchte, sollte das Düngen nicht vergessen. Während der Wachstumszeit von etwa März bis September reicht ein flüssiger Zimmerpflanzen- oder Blühpflanzendünger alle zwei bis vier Wochen völlig aus.

Mehr Dünger bedeutet übrigens nicht automatisch mehr Blüten. Im Gegenteil: Eine Überdüngung kann den Wurzeln sogar schaden. Deshalb ist es oft besser, etwas sparsamer zu dosieren als auf der Verpackung angegeben.

Im Winter legt die Flamingoblume eine kleine Ruhepause ein. In dieser Zeit braucht sie kaum zusätzliche Nährstoffe. Sobald im Frühjahr wieder frische Blätter oder Blüten erscheinen, kann wieder regelmäßig gedüngt werden.

Giftigkeit der Flamingoblume

Auch wenn sie wunderschön aussieht, sollte die Flamingoblume nicht angeknabbert werden. Alle Pflanzenteile enthalten Stoffe, die bei Menschen und Haustieren Reizungen auslösen können.

Wer kleine Kinder oder neugierige Katzen hat, stellt die Pflanze am besten an einen Ort, den sie nicht so leicht erreichen. Nach dem Umtopfen oder Zurückschneiden empfiehlt es sich außerdem, kurz die Hände zu waschen oder direkt Handschuhe zu tragen, da der Pflanzensaft bei empfindlicher Haut manchmal Reizungen verursachen kann.

Flamingoblume-Arten & -Farben

Von Anthurien gibt es mehrere Hundert Arten, im Handel begegnet man allerdings meistens zwei Vertretern.

Die Große Flamingoblume (Anthurium andraeanum) ist die bekannteste. Sie besitzt große, glänzende Hochblätter und wird häufig als klassische Zimmerpflanze verkauft.

Etwas kompakter wächst die Kleine Flamingoblume (Anthurium scherzerianum). Ihr auffälligstes Merkmal ist der leicht gedrehte Blütenkolben, der fast ein bisschen korkenzieherförmig aussieht.

Während viele Menschen automatisch an rote Flamingoblumen denken, gibt es inzwischen deutlich mehr Auswahl. Neben Rot sind auch weiße, rosafarbene, pinke, cremefarbene, grüne oder sogar dunkelrote Sorten erhältlich. Manche Züchtungen kombinieren mehrere Farben miteinander und wirken dadurch besonders außergewöhnlich.

Wachstum, Größe & Blüten

Je nach Sorte erreicht eine Flamingoblume ungefähr 30 bis 80 Zentimeter Höhe. Sie wächst nicht besonders schnell, entwickelt dafür aber nach und nach immer mehr Blätter und wirkt mit den Jahren schön buschig.

Das eigentliche Highlight sind natürlich die Blüten. Genau genommen handelt es sich bei dem farbigen Teil allerdings gar nicht um die Blüte, sondern um ein sogenanntes Hochblatt. Die eigentlichen Blüten sitzen auf dem länglichen Kolben in der Mitte und sind winzig klein.

Bei guter Pflege erscheinen oft über viele Monate hinweg immer wieder neue Blüten. Einzelne Blüten halten erstaunlich lange und bleiben häufig sechs bis acht Wochen, manchmal sogar noch länger, dekorativ.

Krankheiten & Schädlinge

Die Flamingoblume gehört grundsätzlich zu den robusteren Zimmerpflanzen. Wenn sie Probleme macht, steckt meistens ein Pflegefehler dahinter.

Gelbe Blätter deuten häufig auf zu viel Wasser hin. Werden die Blattspitzen braun, liegt das oft an trockener Heizungsluft oder einer zu geringen Luftfeuchtigkeit. Bleiben neue Blüten aus, bekommt die Pflanze häufig zu wenig Licht oder wurde längere Zeit nicht gedüngt.

Gelegentlich können sich auch Schädlinge zeigen. Vor allem Spinnmilben, Wollläuse, Schildläuse oder Thripse fühlen sich auf geschwächten Pflanzen wohl. Wer regelmäßig einen Blick auf die Blattunterseiten wirft, entdeckt einen Befall meistens schon recht früh. Dann reicht es oft aus, die Blätter gründlich abzuwischen oder die Pflanze abzuduschen.

Flamingoblume überwintern

Im Winter wächst die Flamingoblume deutlich langsamer als im Sommer. Deshalb braucht sie jetzt weniger Wasser und praktisch keinen Dünger.

Wichtig ist vor allem ein heller Standort. Gerade in den dunkleren Monaten macht sich jedes bisschen Tageslicht bemerkbar. Kalte Fensterbänke oder dauerhafte Zugluft sollte man möglichst vermeiden.

Da Heizungen die Luft oft stark austrocknen, freuen sich Anthurien weiterhin über eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit. Schon gelegentliches Besprühen kann verhindern, dass die Blattspitzen trocken werden.

Flamingoblume umtopfen

Etwa alle zwei bis drei Jahre wird der Topf irgendwann zu klein. Spätestens wenn viele Wurzeln unten aus den Abzugslöchern wachsen, ist es Zeit zum Umtopfen.

Der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr. Verwende möglichst lockere, durchlässige Erde. Zimmerpflanzenerde lässt sich gut mit etwas Perlite, Pinienrinde oder Kokosfasern auflockern. So gelangt mehr Luft an die Wurzeln und überschüssiges Wasser kann besser ablaufen.

Der neue Topf sollte übrigens gar nicht viel größer sein als der alte. Zwei bis vier Zentimeter mehr Durchmesser reichen völlig aus.

Flamingoblume vermehren

Am einfachsten lässt sich eine ältere Flamingoblume durch Teilung vermehren. Das klappt besonders gut, wenn sie ohnehin gerade umgetopft wird.

Dabei werden vorsichtig einzelne Pflanzenteile mit ausreichend Wurzeln voneinander getrennt und anschließend in eigene Töpfe gesetzt. Anfangs sollte die Erde nur leicht feucht gehalten werden, bis die jungen Pflanzen richtig angewachsen sind.

Eine Vermehrung über Samen ist zwar ebenfalls möglich, spielt im Hobbybereich aber kaum eine Rolle. Sie dauert deutlich länger und erfordert etwas Geduld.

Mit einem passenden Standort, regelmäßigem Gießen und etwas Dünger gehört die Flamingoblume zu den dankbarsten blühenden Zimmerpflanzen überhaupt. Wer ihre tropische Herkunft berücksichtigt und Staunässe vermeidet, wird oft viele Jahre Freude an ihr haben – und mit etwas Glück fast das ganze Jahr über neue Blüten entdecken.

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Vergleich zur Kategorie

Licht Wasser Größe Pflege
Flamingoblume
Ø Blühpflanzen

Kommentare, Fragen & Anregungen

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Häufig gestellte Fragen zu Flamingoblume

Wie oft muss ich Flamingoblume gießen?

Mäßig, hohe Luftfeuchte

Wie viel Licht braucht Flamingoblume?

Hell, keine direkte Sonne

Ist Flamingoblume giftig für Katzen und Hunde?

Giftig

Wie groß wird Flamingoblume in der Zimmerkultur?

In der Regel 40–60 cm.

Ist Flamingoblume für Anfänger geeignet?

Der Schwierigkeitsgrad wird als „Fortgeschritten“ eingeschätzt.

Wie vermehre ich Flamingoblume?

Die meisten Arten lassen sich einfach über Stecklinge mit mindestens einem Blattknoten in Wasser oder Erde vermehren.

Die folgenden Angaben gelten für die Pflanzenfamilie „Aroide (Aronstabgewächse)“ allgemein, nicht ausschließlich für diese Art.

Vermehrung

Die meisten Arten lassen sich einfach über Stecklinge mit mindestens einem Blattknoten in Wasser oder Erde vermehren.

Häufige Probleme

Gelbe Blätter deuten meist auf zu viel Wasser hin, braune Spitzen auf zu trockene Luft. Spinnmilben und Wollläuse treten gelegentlich auf.

Umtopfen & Substrat

Alle 1–2 Jahre im Frühjahr, sobald die Wurzeln den Topf ausfüllen. Lockeres, durchlässiges Substrat mit Anteilen von Rinde oder Perlite.

Düngen

März bis September alle 4 Wochen mit einem stickstoffbetonten Flüssigdünger, im Winter pausieren.

Luftfeuchtigkeit

Hoch, 50–60 % ideal — gelegentlich besprühen oder auf ein Kiesbett mit Wasser stellen.

Herkunft

Tropische Regenwälder Mittel- und Südamerikas sowie Südostasiens.

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